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Die Geschichte der deutschen Supergroup "Dennis"

Hier erfahrt ihr mehr Infos zur Krautrock Geschichte
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stei54
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Die Geschichte der deutschen Supergroup "Dennis"

Beitrag von stei54 » Mittwoch 6. Februar 2019, 15:45

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Die Geschichte der deutschen Supergroup "Dennis" beginnt drei Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs, als im August 1948 in Hamburg Carsten Bohn zur Welt kam. Mit 16 Jahren spielte Bohn in seiner ersten Band, der Schülerband "The Rebels" Schlagzeug. Laut eigenen Angaben waren "The Rebels" eine Beat- und Instrumentalband, die in der Unterkunft der Jockeys auf der Hamburger Pferderennbahn üben konnte. Die folgenden drei Jahre bis 1968 spielte Carsten Bohn in verschiedenen Bands der Region. Als da wären die London Mods, Buddy’s Rock’n’Roll Circus, Cops & Robbers und Sunshine Highway. Im Jahr 1969 schlug Bohn die Laufbahn des professionellen Musikers ein und trat der Gruppe"Die City Preachers" als Nachfolger des ausgeschiedenen Udo Lindenberg, der zu Peter Herbolzheimer und Passport wechselte, bei.

Die bunt zusammen gewürfelte Truppe rund um den Londoner Bankangestellten John O’Brien-Docker spielte eine Mischung von Folkloresongs aus aller Welt. Hier traf Bohn erstmals mit der Sängerin Inga Rumpf, dem Keyboarder Jean-Jaques Kravetz und dem Bassisten Karl-Heinz Schott zusammen. Als sich der Sound der bunten Truppe immer mehr vom Folk entfernte, gründeten Bohn, Rumpf, Schott und Kravetz zusammen die Band Frumpy. Die auf progressiven Rock ausgerichtete Truppe feierte nicht zuletzt durch die grandiose Stimme Inga Rumpfs beachtliche Erfolge und wurde schon bald mit einem Plattenvertrag von der Phonogram ausgestattet. In dieser Besetzung wurden die drei Studioalben, All will be changed, Frumpy 2 und By the Way, sowie eine Live Doppel-LP eingespielt. Leider zerbrach 1973 die Formation und während Carsten Bohn zusammen mit Zabba Lindner die LP Vollbedienung of Percussion für das Brain Label von Günter Körber einspielte, machten die anderen unter dem Bandnamen Atlantis weiter. Wolfgang „Zabba“ Lindner war ebenso wie Bohn Schlagzeuger der vorher bei Sphinx Tush und dann bei Tomorrow’s Gift gespielt hatte.
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Während seiner Zeit bei Frumpy war Carsten Bohn Vater seines Sohnes Dennis geworden. 1973 stellte Bohn ein neues Projekt auf die Beine. Diverse bekannte Musikerkollegen mit denen er des Öfteren im Studio zugange war und Jam-Sessions spielte. Das erste Line Up bestand aus Bohn an den Drums, Klaus Briest der vorher bei Soul Caravan, Xhol Caravan und Xhol spielte am Bass, Manfred „Manne“ Rürup (Ex-Tomorrow’s Gift) an den Keyboards und dem Gitarristen Thomas Kretschmer der bereits mit Jean-Jaques Kravetz dessen Solo-LP eingespielt hatte. Betitelt wurde dieses Projekt nach seinem Sohn Dennis. Als weitere Musiker waren dabei – Jim Wiley am Bass, der mit dem Gitarristen Andy Marx (Ex-Creepy John Thomas) eine LP aufgenommen hatte, von Thirsty Moon kamen Keyboarder Michael Kobs und Saxofon- und Flötist Willi Pape, ausserdem der Percussionist Olaf Casalich von der Krautfolkband Ougenweide. Dieses lockere Konglomerat aus hervorragenden deutschen Musikern bestand etwas über zwei Jahre. Während dieser Zeit wurden viele Jam-Sessions abgehalten und auch aufgenommen. Eine feste Band waren Dennis nie, aber trotzdem konnte Bohn seine Truppe bei Nova unterbringen, einem Decca Sublabel.

Unter der Katalognummer 6.22352 wurde die LP 1975 auf Nova veröffentlicht. Die Linernotes auf der Rückseite des Covers besagen, dass die Aufnahmen in den letzten 30 Monaten entstanden waren. Vermutlich während verschiedener Sessions in den unterschiedlichsten Besetzungen. Das Cover zeigt einen Hochbunker in trister Herbstlandschaft auf einem Hügel. Auf der Rückseite sieht man Carsten Bohn mit Sohn Dennis auf den Schultern.

Auf der LP sind nur vier Stücke enthalten. Sie beginnt mit Bahnhofsgeräuschen, aufgenommen auf dem Hamburger Hauptbahnhof, welche in rückwärts abgespielte Tonschleifen übergehen. Erst nach gut drei Minuten schält sich eine ruhige psychedelische Gitarrenspur heraus was dem Track „Do your own Thing“ einen Psych-Folk Touch beschert. Die über sieben Minuten lange Nummer wird von der prägnanten Gitarre dominiert, die aber in keinster Weise aufdringlich wirkt, sondern etwas entrückt darüber flimmert. Song Nummer zwei, „Others do“ fängt mit einer halben Minute Flugzeuggeräusch an ehe es in typischen progressiven Krautrockstil mündet. Die Gitarre bestimmt auch hier die Richtung, sie wird hier als Leadgitarre verzerrt eingesetzt. Der Background von Bass, Drums und Keyboards wabert hypnotisch ruhig dahin. Track drei ist ähnlich gestrickt. Sessionartiger Krautrock bestimmt den Song „Already“. Als dominierende Leadinstrumente dienen erst wieder die Gitarre, die aber dann von Orgel/Keyboards abgelöst wird. Fast 20 Minuten lang ist das abschließende „Grey present Tense“. Anders als die drei vorherigen Nummern die im progressiven Krautrockstil gehalten sind, herrscht hier eine jazzige Fusionstruktur vor. Als Leadinstrument kommt hier öfter die Flöte und das Saxofon von Willi Pape zum Einsatz, sowie das Keyboard.

Recording-Engineer des Albums war Peter Harenberg. Nach Dennis gründete Carsten Bohn zusammen mit seinen Dennis-Kollegen Hans Hartmann und Willi Pape die kurzlebige Gruppe Kickbit Information. Uli Trepte von Guru Guru, Otto Richter und Wolfgang Grasekamp vervollständigten diese Truppe. Nach nur ein paar Monaten war wieder Schluß und ein kurzes Frumpy Revival folgte. 1977 brachte Bohn seine erste eigene Band an den Start. Carsten Bohn´s Bandstand, welche bis 1980 drei LPs einspielten. Humor Rumor, Mother Goose Shoes und C.B. Radio. Anschließend vertonte Bohn unter dem Pseudonym Bert Brac für das Europa Label diverse Hörspielplatten, zum Beispiel Die drei ???, TKKG und Fünf Freunde (für welche er 2009 mit 62 goldenen Schallplatten und 4x Platin auf einmal ausgezeichnet wurde), brachte sein eigenes Label BigNoteMusic an den Start, spielte in der Jan Hammer Band und diversen anderen Projekten mit, vereinigte Frumpy für einige Zeit wieder und war ab 1996 Produzent und Studiomanager in den Chateau du Pape (später Home) Studios in Hamburg. Ab 2003 begann er eine neue Karriere in der Filmmusikbranche. Seit 2004 bringt er mit Carsten Bohn´s Bandstand unter der Reihe Brand New Oldies weitere Platten heraus.

Leider bleibt die LP Hyperthalamus die einzige Veröffentlichung des Projektes Dennis. Sie ist mittlerweile eine der gesuchtesten Platten auf dem Nova Label und fast unmöglich in gutem Zustand zu finden.



Dennis – Hyperthalamus
1975 – Nova – 6.22352
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Tracklisting:
A1 – Do your own Thing
A2 – Others do
A3 – Already
B1 – Grey present tense
Quelle:Stage Reptiles Webzine
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KateB
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Re: Die Geschichte der deutschen Supergroup "Dennis"

Beitrag von KateB » Mittwoch 6. Februar 2019, 23:07

:thankyou Uli!

Mir gefällt die Hyperthalamus, allerdings kannte ich die Geschichte dazu nicht.
Daaankeschööön für deine Ausführung!
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SpaceRider
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Re: Die Geschichte der deutschen Supergroup "Dennis"

Beitrag von SpaceRider » Donnerstag 7. Februar 2019, 02:13

wieder ein schöner Krautrock Beitrag diese Story war mir so genau und ausführlich nicht bekannt :thankyou tolles Fundstück !

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